Metamorphose
Wenn das, wovor Du,
mit Fug und Recht
Dich jahrelang gefürchtet,
wenn das, was Dir immer
wie der
Endgegner
vorkam,
wenn das auf einmal
Dein Freund zu werden beginnt,
Herbstmorgen
Die Schatten der Nacht vorsichtig abstreifen,
das zerknitterte Innere auseinanderfalten,
achtsam, voller sachter Vorfreude auf das,
was der Tag bringen mag.
Trauma
aus gegebenem Anlass
Brennender Honig,
dunkle Lava,
das innere der Brust
für immer verbrannt.
Und dennoch
keimt Hoffnung,
nun, wo ich endlich
hinsehen mag.
Traurig sein
Keiner mag gerne trauern
Es gibt so viele
Möglichkeiten, sich davor
zu drücken,
sich wegzuducken,
wegzufühlen.
Verloren
Manchmal lese ich,
diese oder jener hätte
das Vertrauen
in die Menschen verloren.
Dann beneide ich –
immerhin weiß derjenige
wie sich
Vertrauen anfühlt.
Lärm
Wenn der Lärm im Außen verstummt ist,
tritt der Lärm im Inneren
umso lauter hervor.
Dagegen helfen
keine Kopfhörer.
Tja
Ich kann gegen
alles kämpfen
Ich kann sie hinausschreien
meine Wut
meine Angst
Ich kann
jeden
Kampf gewinnen bis
ich mich
zu Tode siege
Virtuell
Reden mit Menschen
ortslos, gesichtslos
stimmlos manchmal
Sachlich, distanziert.
Manchmal geh ich los
mit der Nachbarin quatschen
damit mal jemanden
echtes sehe.
Wie immer
Wenn jeder
nur machen würde
was er
immer gemacht hat
dann würde auch
nur das passieren
was schon
immer passiert ist.